Wien – 2000 Jahre Garnisonsstadt Band 1  – Band 31

Foto: Wien Garnisonsstadt Band 1
  • Weishaupt Verlag
  • Februar 2009
  • ISBN 978-3-7059-0280-0
  • 22,5 x 26,5 cm; 336 Seiten und 390 großteils farbige Abbildungen, Grafiken und Pläne; geb.

Von den Römischen Legionen bis zum Österreichischen Bundesheer

Zum siebenbändigen Werk:

Bei diesem siebenbändigen Werk handelt es sich um die Darstellung der 2000-jährigen Geschichte Wiens als Garnisonsstadt.

Die ersten beiden Bände befassen sich mit der Militärgeschichte Wiens – von dessen Gründung als römisches Legionslager bis heute. Der 1. Band behandelt dabei die Zeit von den Römern bis zum Ende der Monarchie, der 2. Band die Zeit von 1918 bis heute. Nach langwierigen Recherchen ist es u. a. gelungen, etwa alle Verbände der k.(u.)k. Armee, die jemals in Wien stationiert waren, getrennt nach Infanterie, Kavallerie und Artillerie, zu erfassen und aufzulisten. Dargestellt werden aber auch alle römischen Legionen, die Verbände der Deutschen Wehrmacht von 1938-1945 oder die der Alliierten von 1945-1955. Natürlich finden die Verbände des Bundesheeres der Ersten und Zweiten Republik ebenfalls hier ihren Niederschlag. Ergänzt wird dies, soweit nachvollziehbar, durch die Angabe, wann sie von wo nach Wien und wann sie von Wien wohin verlegt wurden. Dazu kommt u. a. eine Auflistung aller Präsidenten des Hofkriegsrates, aller Bürgermeister, aller Kommandanten der Stadtguardia oder aller Militärs, die durch die Stadt Wien mit der (Ehren-)Bürgerschaft oder einem Ehrengrab ausgezeichnet wurden. Aber auch alle Straßen-, Platz- oder Gebäudenamen, die militärischen Ursprungs sind, werden aufgezählt und ihre Namensgebung erläutert. Ergänzt wird diese Aufzählung durch ein Kalendarium über den gesamten Zeitraum. 

In den folgenden Bänden 3 bis 5 werden dann alle Objekte in Wien, die jemals militärisch genutzt wurden (ob von Österreichern, Römern, Franzosen, Deutschen oder Alliierten) oder noch werden, nach Bezirken geordnet, mit ihrer Geschichte, Baubeschreibung und militärischen Nutzung dargestellt. Dazu gehören auch alle relevanten Denkmäler und Gräber. Insgesamt werden es an die 750 Objekte werden. Band 3 bezieht sich dabei auf den 1. Bezirk, Band 4 auf die Bezirke 2 – 9 und 20 und Band 5 auf die Bezirke 10 – 19 und 21 – 23. 

Vorwort des Autors:

Wien – Militär findet Stadt

Wien ist (m)eine Traumstadt. Für mich als überzeugtem Berufssoldaten, der in gleicher Weise Freude an der Militärgeschichte, am Schreiben, Wandern, Recherchieren sowie am Fotografieren hat, ergibt sich daraus fast zwangsläufig das Bedürfnis, etwas über das Militär in Wien zu schreiben. Es bedarf dann nur mehr einer „Initialzündung“. Diese fand sich bald in der Anregung meines Freundes und Kameraden Brigadier Prof. Walter Seledec, einen militärhistorischen Führer durch die Garnisonsstadt Wien zu erstellen. So begab ich mich, begleitet von meiner wunderbaren Frau Gerda, der ich an dieser Stelle besonders für ihre Unterstützung danken möchte, auf eine Zeitreise durch die Militärgeschichte Wiens und tagtäglich konnten wir dabei etwas Neues entdecken.

Was zunächst als reiner (kleiner aber feiner) Stadtführer geplant war, entwickelte sich im Laufe der Jahre, Dank der entdeckten und angebotenen Fülle an, zum Teil unveröffentlichten Materialien, zu einer nunmehr fünfbändigen Dokumentation. Will man die durch zwei Jahrtausende getätigten verschiedenen militärischen Aktivitäten in dieser Stadt verstehen, muss man sich zunächst mit der gesamten Militärgeschichte Wiens beschäftigen. Geht doch der Ursprung Wiens auf das von den Römern noch als Besatzungsmacht gegründete Militärlager Vindobona zurück. Erst mit der Aufstellung der „Stadtguardia“ wird Wien, mit Einschränkungen, zur eigenen Garnisonstadt. Da Historiker „runde“ Jubiläen lieben, darf man in diesem Fall von 465 Jahren sprechen. Diesem „tour d‘ horizon“ sind die ersten beiden Bänden gewidmet. Dadurch werden viele Dinge, die in den weiteren drei Bänden dargelegt werden, leichter verständlich. Etwa, warum die Wiener am Stephansdom Türkenkugeln eingemauert, oder wieso in der Roßauer-Kaserne zwischen 1869 und 1914, also innerhalb von nur 35 Jahren, nicht weniger als sechs verschiedene Divisions- und 13 Brigadekommanden, sowie 57 Regimenter bzw. Bataillone Quartier bezogen haben. In den weiteren Bänden, die im Jahresabstand erscheinen sollen, stehen dann die einzelnen Objekte selbst, ob Kasernen, Denkmäler, Gedenktafeln oder Grabstätten, nach Bezirken geordnet, im Vordergrund. Dazu habe ich ein eigenes Datenblatt erstellt, an Hand dessen jedes dieser Objekte in Wort und Bild dargestellt wird.

Wien und sein Militär, das ist eine spannende Geschichte mit vielen Facetten. Das ist die Geschichte von Männern und Frauen, die unter den verschiedensten Umständen ihren Dienst zum Schutze dieser Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger geleistet haben. Es ist mir ein Anliegen, dass die Erinnerung daran der Nachwelt erhalten bleibt. Meinen kleinen Beitrag dazu möchte ich mit dieser Dokumentation leisten. Darüber hinaus wäre es aber auch wünschenswert, dass eine Möglichkeit geschaffen wird, diese Erinnerung auch zu visualisieren, gleichsam „zum Angreifen“ darzubieten. Dies könnte etwa in Form einer eigenen Ausstellung zu diesem speziellen Aspekt der österreichischen Militärgeschichte unter der Patronanz der Stadt Wien und des Heeresgeschichtlichen Museums erfolgen. Mit einem der Flakbunker böte sich sicher auch ein militärhistorisch interessanter Ort dafür an. Getreu dem Motto des Heeresgeschichtlichen Museums: „Kriege gehören ins Museum“.

Rolf M. Urrisk-Obertyński

Widmung des Autors:

Diese Dokumentation
widme ich allen Männern und Frauen,
die jemals in dieser Garnisonstadt,
je nach Epoche in verschiedener Weise,
für Gott, Kaiser und vaterland,
jedenfalls aber für die Heimatstadt Wien,
ihren Militärdienst in Treue geleistet haben bzw.
noch immer leisten und in Zukunft leisten werden.

Ihnen soll damit der Dank für ihren Dienst
zu Ausdruck gebracht werden.

Für Katharina
die Wien so sehr geliebt hat.

Geleitwort von Dr. Otto von Habsburg

otto-von-habsburgWer sich mit den Problemen der heutigen Zeit auseinanderzusetzen hat bzw. (Mit-) Verantwortung für die Gestaltung unseres Lebens trägt, muss sich des Fundaments versichern, auf dem wir stehen. Dazu gehört die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte.

Von den 2000 Jahren, mit denen sich die vorliegende Dokumentation beschäftigt, hat Wien durch 640 Jahren hindurch dem Haus Habsburg, durch viele Höhen und Tiefen hindurch, als Reichshaupt- und Residenzstadt und damit natürlich auch als Garnisonsstadt der Alten Armee gedient. Das hat diese Stadt sehr geprägt. Vieles, das sich bewährt hat, hat sich, Gott sei Dank auch erhalten. Die wesentlichsten Gebäude, von der Hofburg bis zum Rathaus, stammen aus dieser Epoche. Und die meisten der Wiener Kasernen. Auf Schritt und Tritt finden sich noch die Spuren aus dieser Zeit. Es ist es wert, ihnen nachzugehen und sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Dokumentation soll die Augen öffnen auch für die vielen verborgenen Schätze, die diese wunderbare Stadt zu bieten hat.

In einer Zeit, in der äußere Sicherheit immer wichtiger wird, ist Publizistik zu der Frage der Landesverteidigung in der Geschichte, deren Rolle in Österreich allgemein, und in Wien im Speziellen, von entscheidender Wichtigkeit.

Wir müssen den Patriotismus stärken und Veröffentlichungen wie die vorliegende sind diesbezüglich von großer Bedeutung.

Wenn durch den Autor in dessen Widmung für dieses Buch vom Dank die Rede ist, dann ist es mir ein Bedürfnis diese Gelegenheit wahrzunehmen, um den Verantwortlichen der Stadt Wien und deren Militärkommando Dank zu sagen für ihr Bekenntnis zu einer zeitgemäßen Traditionspflege – wohlgemerkt als „Hüterin der Glut, nicht der Asche“ verstanden. Das zeigt sich u. a. im Führen der Fahne der k. k. Trabantenleibgarde durch die Garde des Österreichischen Bundesheeres oder das Tragen des Zusatzes „Hoch- und Deutschmeister“, des Namens des klassischen Wiener Hausregiments, nach über 300 Jahre nun durch das Milizbataillon Wien 1; aber auch schlicht im k. u. k. Telegraphistenabzeichen im Truppenkörperabzeichen der Fernmeldetruppenschule. Dass der Doppeladler der Monarchie und der Adler der Republik (historisch) nicht von einander zu trennen sind, will das Truppenkörperabzeichen der Garde zum Ausdruck bringen. So schließt sich einfach ein Kreis über Jahrhunderte.

Ich danke dem Autor, Brigadier Mag. Rolf M. Urrisk-Obertyński, für seine unermüdliche Arbeit auf dem Gebiet der österreichischen Militärgeschichte und wünsche ihm mit dieser Dokumentation einen großen Erfolg und den Leserinnen und Lesern viele neue Erkenntnisse über einen wesentlichen Bereich der österreichischen, bzw. im konkreten Fall der Wiener Geschichte.

Dr. Otto von Habsburg

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