Wien – 2000 Jahre Garnisonsstadt Band 3  – Band 33

Foto: Wien Garnisonsstadt Band 3
  • Weishaupt Verlag
  • Juni 2012
  • ISBN 978-3-7059-0350-0
  • 22,5 x 26,5 cm, 376 Seiten, größtenteils farbige Bilder, 1 herausnehmbarer Stadtplan, geb.

I. Bezirk – Innere Stadt

Bei diesem siebenbändigen Werk handelt es sich um eine umfassende Darstellung der 2000-jährigen Geschichte Wiens als Garnisonsstadt. Nachdem in den beiden ersten Bänden die 2000-jährige Geschichte­ der Garnisonsstadt Wien allgemein dargestellt wurde, werden in den folgenden Bänden die einzelnen Objekte detailliert in Wort und Bild vorgestellt. Im Band 3 geht es dabei um die Objekte im I. Bezirk, im Band 4 um die Bezirke­ II – IX  und XX und im Band 5 um die Bezirke X – XIX und XXI – XXIII. Aufgrund der Vielzahl militärhistorisch interessanter Objekte und des umfangreichen, bislang größtenteils unveröffentlichten Daten- und Bildmaterials, wird es auch einen eigenen Band für die Zeit der Besatzung durch die Alliierten 1945–1955 (Band 6) und die Wiener Stadtbefestigung (Band 7) geben.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine interessante Wanderung durch und viele neue Erkenntnisse über die militärische Vergangenheit und Gegenwart unserer wunderschönen Bundeshaupt- und Garnisonsstadt Wien.

 

Rezensionen

„Wien – 2000 Jahre Garnisonsstadt – Band 3 Innere Stadt“   Buchpräsentation im Parlament - Ein besonderer Ort für ein besonderes Ereignis   Am 9. Jänner 2013 erfolgte die Präsentation des 3. Bandes der Dokumentation „Wien - 2000 Jahre Garnisonsstadt“ im Plenarsaal des Parlaments. Dazu begrüßte der Zweite Präsident des Parlaments Fritz Neugebauer die Gäste „auf parlamentarischem Boden und militärischem Grund“. Mit letzterem brachte er die Tatsache in Erinnerung, dass das Parlament 1874 auf dem ehemaligen Übungs- und Paradeplatz der Garnisonsstadt Wien auf dem Glacis errichtet wurde. Im Ersten Weltkrieg wurde das Parlament sogar als Lazarett genutzt, wo die Kriegsverwundeten versorgt und verpflegt wurden.   Unter den zahlreichen Gästen konnte Präsident Neugebauer auf politischer Seite die ehemaligen Minister Sonja Moser-Starrach (jetzt Stieglbauer), Franz Hums, Norbert Steger  und Robert Lichal (den wohl populärsten Verteidigungsminister der Zweiten Republik) sowie den ehemaligen Präsidenten des Bundesrates Herwig Hösele willkommen heißen. Ein besonderer Gruß galt den vielen anwesenden Offizieren, mit dem Generalstabschef General Mag. Entacher, dem Chef der Sektion IV Einsatz, Generalleutnant Mag. Christian Segur-Cabanac, und dem Adjutanten des Bundespräsidenten, Generalmajor Mag. Gregor Keller, an der Spitze sowie dem Militärkommandanten von Wien, Brigadier Mag. Kurt Wagner, der zu dieser Veranstaltung mit eingeladen hatte.   In weiterer Folge ging Präsident Neugebauer auf das Buch ein und gratulierte dem Autor zu diesem umfangreichen Werk, das auch ihm viele neue Eindrücke vermittelte. Dabei wies Präsident Neugebauer auch auf die vielen verschiedenen Nationalitäten der Armeen hin, die Wien in den 2000 Jahren belagerten bzw. sogar besetzten.   Seine in launigen Worten gehaltene Präsentation leitete der Autor, Brigadier i. R. Prof. Mag. Rolf M. Urrisk-Obertyński mit einer, allen TV-Zusehern aus den Parlamentsübertragungen bekannten Handbewegung ein: Mit den Worten „Das wollte ich immer auch schon einmal machen“ betätigte er den Knopf, mit dem das Rednerpult gehoben und gesenkt werden kann.   In einer kurzweiligen und mit zahlreichen Anekdoten gespickten Rede verrät der Autor dann manche bislang nicht so bekannte Geschichten. Wie etwa die von den Damen der Gesellschaft, die während des Ersten Weltkriegs Dienst im Lazarett im Künstlerhaus versahen und dabei nicht nur ihre Freundinnen zum Kaffee einluden, um ihnen zu zeigen, welch aufopfernden Dienst sie leisten, sondern sich dabei sogar für die Zeitung ablichten ließen. Dafür wurden eigens besonders fesche Soldaten, darunter immer auch ein Bosniak, ausgewählt und martialisch verbunden. Dass eine entsprechende Beschwerde des Inspektionsoffiziers über diesen Unfug dazu führte, dass sich selbiger am nächsten Tag bei einer Marschkompanie am Weg zur Front wiederfand, dürfte nicht nur gerüchteweise damit im Zusammenhang gestanden sein, dass es sich bei einer der Damen um die Gattin des Präsidenten handelte.   Oder die Geschichte von dem Restaurator, der 1920, wegen nichtbezahlter Honorare, in das Gemälde von der Schlacht  bei Turin 1706, das sich im Schlachtensaal des Winterpalais von Prinz Eugen in der Himmelpfortgasse befindet, aus einem Meldereiter, der gerade von einer feindlichen Patrouille verfolgt wird, einfach einen Melder auf einem Hochrad (einer Erfindung des 19. Jahrhunderts) machte.   Im Zuge einer Power Point Präsentation wies der Autor auf so manche Erinnerung an die bewegte Militärgeschichte hin, an der man tagtäglich vorübergeht ohne sie wirklich wahrzunehmen. Wie etwa die Luftschutzdeckel, die während des Zweiten Weltkriegs als Notausstiege der Luftschutzkeller dienten, und von denen noch etliche erhalten sind. Oder die russische Beschriftung „Haus überprüft“, die im April 1945 an vielen Gebäuden angebracht wurde und die man heute noch am Stephansdom, am Josefsplatz oder am Kärntnerring finden kann.   Die Anmerkung des Autors, dass in dem vorliegendem Band 3* über die Innere Stadt 500 Adressen von Objekten, die in militärischem Kontext stehen, aufgelistet sind, von denen 350 beschrieben und mit 950 Bildern illustriert werden, zeigt bereits den Umfang des Werkes.   In seinen Gedanken zum Buch bemerkte der Militärkommandant von Wien, Brigadier Mag. Kurt Wagner, dass ihm das Buch neue Einblicke in diese schöne Stadt vermittelt und ihn dazu angeregt hat, mit noch mehr Aufmerksamkeit durch die Straßen und Gassen zu gehen. Wagner wies darauf hin, dass das Buch aber auch ein Blick hinter die Kulissen bietet und so manche in Vergessenheit geratene militärische Bedeutung eines Gebäudes in der Inneren Stadt nachzeichnet. Es vermittle Eindrücke vom Leben der Soldaten in dieser wunderschönen Stadt. Und es zeigt die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgrade, die in dieser Stadt ihren Dienst versehen haben - ob in Friedensgarnison oder zur Verteidigung.   Im Buch wird auch der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt gedacht, die zu allen Zeiten, wenn es darauf angekommen ist, ihren Beitrag zum Schutz dieser Stadt geleistet haben. So finden sich im Buch wie selbstverständlich auch die Gedenktafel „Ehre und Dank den Frauen für ihr heldenhaftes Wirken im Weltkrieg“ an der Michaelerkirche, das Denkmal für die Priester, die die verwundeten und sterbenden Soldaten im Krieg begleitet und betreut haben im Stephansdom oder die Tafel zum Gedenken an die heldenmütigen Handwerksmeister und ihrer Söhne im Abwehrkampf 1683 in der Löwelstraße.   Dazu stellte Brigadier Mag. Wagner fest, dass es immer auf das Zusammenwirken von angesehenen Bürgern und Feldherrn, von Militärs – Berufs-, Zeit-, Miliz- oder ihren Präsenzdienst leistenden Soldaten und Zivilisten angekommen ist, wenn es um das Wohl der Stadt ging. Die Wehrbürger in Zivil und Uniform - sie alle haben ihren Beitrag geleistet, beim Ansturm feindlicher Heere genauso wie bei Großbränden, Schneestürmen oder Hochwasser.   Präsident Neugebauer beneidete in seinen abschließenden Worten den Autor um „das volle Plenum und die hohe Aufmerksamkeit“. Zum Schluss legte der Präsident ein Bekenntnis zum Bundesheer und zur Wehrpflicht ab und forderte alle auf, von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen und an der Abstimmung teil zu nehmen.   Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von einem Quartett der Gardemusik, das bekannte Wiener Weisen zu Gehör brachte. Im Anschluss an die Buchpräsentation wurde in der Säulenhalle des Parlaments zu einem „Essen aus der Gulaschkanone“ , zubereitet von der Lehrküche der Heereslogistikschule geladen. Dazu gab es eine Sekt- und Weindegustation von „awc, der größten offiziellen Weinbewertung der Welt“, zu der Oberleutnant MMag. Peter Steinlechner vom Jägerbataillon Wien 1 „Hoch- und Deutschmeister“ eingeladen hat.   Abschließend sei noch der Grazer Verleger Herbert Weishaupt vor den Vorhang geholt, hat er sich doch der Thematik in besonderer Weise angenommen. Mit 29 Büchern, davon alleine 18 vom Autor des präsentierten Buches, hat er einen gewaltigen Beitrag zur neueren österreichischen Militärgeschichte geleistet.   *In den ersten beiden Bänden wird die 2000jährige wechselhafte Geschichte der Garnisonsstadt Wien in ihrer Gesamtheit dargestellt.    
Der Soldat
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